Folge 17 | …und jetzt, Prof. Dr. Jens Südekum? Deutschlands Wirtschaft am Wendepunkt
Shownotes
Wirtschaftswende oder Dauerkrise? Kommt jetzt der Aufschwung für Deutschland?
Kommt der wirtschaftliche Aufschwung – oder steckt Deutschland noch Jahre in der Wachstumskrise? In dieser Folge spricht Wirtschaftsprofessor und Regierungsberater Prof. Dr. Jens Südekum über die größten Herausforderungen für den Standort Deutschland: schwache Investitionen, hohe Energiepreise, Bürokratie, Fachkräftemangel und den internationalen Wettbewerb mit China und den USA.
Warum reichen staatliche Investitionen allein nicht aus? Welche Rolle spielen das Sondervermögen, der Netzausbau und Künstliche Intelligenz? Und was muss passieren, damit Unternehmen wieder investieren und Deutschland wieder wettbewerbsfähiger wird?
Ein Gespräch über Wachstum, Industriepolitik, Innovation, Energiewende und die Frage, wie Deutschland den wirtschaftlichen Turnaround schaffen kann – fundiert, verständlich und mit Einblicken aus der wirtschaftspolitischen Beratung der Bundesregierung.
© Bild J.Südekum: Ivo Mayr
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00:00:00: Fünfhundert Milliarden Sondervermögen, wer steckt eigentlich dahinter?
00:00:04: Unter anderem Jens Südekum heute bei uns im Podcast der Chefberater des Bundesfinanzministeriums.
00:00:10: Ein ganz spannendes Gespräch über Wachstum, über die deutsche Volkswirtschaft, über ein Geschäftsmodell ob das noch funktioniert oder wie es sich wandeln muss.
00:00:18: was wir jetzt tun müssen hört jetzt und jetzt.
00:00:21: dieses Gespräch wurde aufgenommen am neunten Juli.
00:00:27: Moin und hallo zusammen.
00:00:28: Herzlich willkommen zu einer neuen Runde von Und Jetzt!
00:00:32: Ihr wisst, hochinteressante Gäste zu hoch interessanten Themen.
00:00:36: heute zu einem Thema das ist jedenfalls nach den Umfragen dasjenige von dem die Deutschen sagen es ist unser aller wichtigstes Thema nämlich wie geht es eigentlich weiter mit der Wirtschaft?
00:00:47: Bei uns heute im Podcast ist Professor Jens Südekum, Professor der Ökonomie in Düsseldorf Berater von Lars Klingbeil im Bundesfinanzministerium.
00:00:59: Jens, du hast auch die Bundesregierung in dem ganzen Vorhaben Sondervermögen entschieden mit beraten bist einer der vier Köpfe gewesen, die das öffentlich vorgestellt haben.
00:01:08: Schön dass du heute bei uns bist.
00:01:10: wir sind ganz gespannt auf deinen Input!
00:01:12: Du bist an der Schnittstelle einerseits einer der prominentesten deutschen Ökonomen andererseits wie wir gehört haben sozusagen der Chefberater des Bundesfinanzministeriums.
00:01:25: von dieser Schnittstelle aus betrachtet.
00:01:27: Dankst du jeden Tag dem lieben Gott dafür, dass du ein deutscher Professor bist und kein Bundesfinanzminister?
00:01:34: Also diese beraten Funktion, die schon recht bequem.
00:01:36: Weil einenseits bin ich nah dran und habe auch den Ahnung dass sie ein bisschen gehört werde.
00:01:41: aber dann bin ich in der zweiten Reihe das heißt ich steh nicht quasi irgendwie verantwortlich in den Medien und kann mich auch gerne mal wieder zurückziehen und das finde ich nur eigentlich eine ganz gute Position.
00:01:51: also ist schon so dass es Teil des Amtgebetes ist.
00:01:55: danke dass ich nicht direkt nach vorne stehe in diesen Zeiten.
00:02:00: sag ruhig ja.
00:02:01: das würden nämlich die allermeisten Menschen glaube ich sagen
00:02:05: Wenn du willst, die Kurzfassung der Antwort ist ja.
00:02:07: Ja also die Lage ist ja wirklich nicht rosig gerade.
00:02:11: Du hast glaube ich zu denen gehört, ihr habt eigentlich im letzten Jahr gesagt, das wird wirtschaftlich dann mal ein Jahr werden wo es wieder aufwärts geht.
00:02:19: diesen Ausschwung in zwei sechsundzwanzig den hat Donald Trump mit seinem Iran Krieg gründlich verhagelt.
00:02:26: Das sagen jedenfalls die allermeisten.
00:02:27: die Prognosen sind deutlich zurückgenommen worden.
00:02:30: Was heißt das jetzt?
00:02:31: Ist der Aufschwung vertagt, kommt er dann eben im Jahr twenty-seven?
00:02:36: oder würdest du sagen ne jetzt wird er die Mittelfristphase weiter so bleiben wie die Gegenwart ist.
00:02:43: Ja ich glaube schon dass es der Aufstuhl kommt und dass er sich auch noch mal verstärkt.
00:02:47: Also wenn man schaut, wir hatten ja für sechsundzwanzig so als Prognose gut ein Prozent und dann wegen Donald Trump, wegen der Energiepreise ist es dann auf Nullfünf abgesenkt worden.
00:02:55: Wenn man guckt diese Null Fünf die werden fast ausschließlich getrieben durch die Investition aus dem Sondervermögen und da muss man ja wissen das kommen jetzt erst so richtig in Fahrt.
00:03:03: Das ging ja erst im Oktober zwanzig fünfzwanzzig los Und jetzt sieht man schon bei sechsundzwanzig, der Mittelabfluss ist jetzt viel schneller und das wird sich in siebenundzwzig verstärken.
00:03:13: Das heißt diesem konjunkturell Effekt von den öffentlichen Investitionen aus dem Sondervermögen, der wird da bleiben unabhängig von Donald Trump ja?
00:03:20: Von daher sind manchmal eine Hoffnung wenn dann teuter-teuer auch dieser Konflikt im Nahen Osten irgendwann mal zurückgeht, dass wir wirklich in siebundzwzig tatsächlich auch stärkern sehen.
00:03:31: Jetzt folgt dem Öffentlichen Investitionsboost an also ein Stück weit... Wachstum, was ja ehrlicherweise wenn wir das jetzt gar nicht hätten wahrscheinlich die Wirtschaft noch weiter ins Minus reißen würde.
00:03:41: Wenn wir es jetzt schon gar nicht hätte.
00:03:44: Folgen die privaten Investitionen dann automatisch wo ist der Zeitverzug oder wie prognostiziert du das?
00:03:51: Also momentan haben wir bei den Privatinvestitionen wirklich noch ein großes Problem.
00:03:54: Sie sind auf einem sehr niedrigen Niveau obwohl wir ja schon einiges gemacht haben.
00:03:59: also Stichwort der Investitionsbooster mit den Abschreibungsregeln Das hat noch nicht so richtig gegriffen, weil auch eine wahnsinnige Verunsicherung in der Wirtschaft da ist.
00:04:07: Ich glaube aber wenn die konjunkturelle Lage sich ein bisschen aufhält dann habe ich auch dir erwartet dass man eben bei den privaten Investitionen dort einen Aufschluss sehen werden.
00:04:18: Aber da ist noch einiges zu tun!
00:04:20: Wenn wir ehrlich sind... So meine Erinnerung war es eigentlich immer so, das gesagt wurde ja dieses Jahr da dümpelt die Wirtschaft aber im nächsten Jahr wird's besser und dem nächsten Jahr wurde dasselbe gesagt übernächsten Jahr wieder.
00:04:33: Jetzt in Ja, ist es wieder so aus verständlichen Gründen müssen wir nicht davon ausgehen, dass auf Dauer dieses Wachstum letzten Endes nur mal durch staatliche Investitionen getrieben wird und wie ansonsten mit einer Wirtschaft so nahe der Nullinie zu tun haben?
00:04:51: Also es gibt ja dieses Konzept des sogenannten Potenzialwachstums, was irgendwie zu beschreiben... Das müsstest
00:04:57: du jetzt aber für die Feinschmecker unter
00:04:59: uns beschreiben.
00:05:00: Wie viel könnte die deutsche Volkswirtschaft wachsen bei Vollauslastung und so einer Normalzustand?
00:05:06: Und dieses Potenzialwachstum ist schwach in Deutschland und das ist vor allem wegen der Demografie so.
00:05:10: Also einfach die Alterung, die tendenziell Schrumpfung der Erwärtsbevölkerung – das lastet schon auf der deutschen Volkswirtschaft.
00:05:16: Es ist seit langem bekannt aber das ist ein großes Problem.
00:05:19: Ein paar andere kommen dazu... Das hat
00:05:20: nicht zur Veränderung der privaten Verhaltensweisen geführt?
00:05:24: Nicht wirklich!
00:05:25: Wir könnten natürlich dagegen was tun wenn wir Stärkes Produktivitätswachs, zum Beispiel hätten.
00:05:31: Dann bräuchten wir aber so neue Technologien, KI und so weiter wirklich auch in der Breite der Wirtschaft was wir momentan noch nicht haben.
00:05:38: Aber ich finde es ist nicht nur so düster.
00:05:40: das Bild also stimmt schon Wir haben jetzt in der Vergangenheit oftmals Wachstum wieder abgeblasen weil wir einfach immer neue Schocks bereinbekommen haben.
00:05:46: Das fing ja mit Corona an dann der russische Angriffskrieg dann kam die Zeugpolitik von Donald Trump Und jetzt ist dann noch Iran oben drauf, aber der Unterschied diesmal ist wir haben ja mit dem Sondervermögen und auch mit den Investitionen verteidigen.
00:05:59: Jetzt mal wirklich was Großes auf den Tisch gelegt.
00:06:01: das war ja vorher nicht der Fall.
00:06:03: bei der Ampelkoalition hatte man immer nur die Shocks und die Ampel hat versucht irgendwie dagegen vorzugehen, aber so die ganz große Strategie war ja nicht da.
00:06:11: Und jetzt finde ich das ist bei dieser Bundesregierung schon ein bisschen anders weil wir eben erkannt haben dass wir im großen Stil in Infrastruktur investieren müssen, im großen stil auch in die Verteidigung ob wir wollen oder nicht.
00:06:21: und im Zuge dessen in diesem ganzen Prozess glaube ich stellt sich die Wirtschaft auf der privaten Seite neu aus.
00:06:27: also im Verteilungssektor passiert sehr viel.
00:06:29: Da kommen sehr spannende neue Firmen mit spannenden Investitionen und das glaube ich kann auch noch in andere Bereiche sich so rüber wachsen.
00:06:37: Das dauert, das heißt aber die privaten Investitioner ist eine gute Chance dass wir da auch ein Aufwärts dran sehen werden.
00:06:42: Traust du dir den Tipp zu?
00:06:44: Wir haben jetzt wie gesagt mehrere Jahre im Grunde genommen plus minus null beim Wirtschaftswachstum.
00:06:50: solange wie übrigens noch nie In fünf Jahren, was schätzt du denn?
00:06:55: Wie mag dann denn wohl das Wachstum in Deutschland sein und ist es überhaupt richtig dass wir immer wieder Skaninchen auf die Schlange aus Wachstem starben.
00:07:04: Es ist weiterhin eine wichtige Zahl.
00:07:05: also deswegen gucke ich natürlich auch immer drauf Das wachst Du wird auch in fünf Jahren nicht in den Himmel wachsen und zwar wegen der beschriebenen demografischen Effekte.
00:07:13: Also die Bevölkerung die Demographie ist so wie sie ist und das ist einfach ne Belastung.
00:07:18: aber Ich glaube eben durch diese Investitionsimpulse die jetzt erst mal der Start setzt wenn da dass in der Breite der Wirtschaft besser ankommt, sehe ich uns schon so auf einem Weg in Richtung einen Prozent und dazu tragen auch die Reformen bei, die die Bundesregierung jetzt im Paket umgesetzt hat.
00:07:36: Das zahlt durchaus auf dieses Potenzialwachstum ein.
00:07:39: Das wäre dann aber das drei bis vierfache dessen was wir tatsächlich in diesem Jahr hätten.
00:07:43: Das wär ja schon echter Hausnummer!
00:07:45: Ja,
00:07:45: aber wenn man so schaut... Gab ja, es gibt auch schon so erste Untersuchungen.
00:07:50: Wie hoch denn jetzt bei voller Umsetzung der Reform das Potenzialwachstum steigen könnte?
00:07:54: Und da sind wir in dem Bereich, dass wir davon nur fünf auf ein Prozent raufkommen könnten vielleicht ein bisschen darüber hinaus und wenn dann noch ein bisschen Dynamik dazukommen, dann finde ich dann kann die Welt oder die Wachstumsaussichten Deutsch noch wieder echt besser werden.
00:08:08: Ein ganz wichtiges Thema dabei – und das hast du ja auch am Anfang schon gesagt was uns gerade wieder einbremst ist die Energiepreise.
00:08:17: Ist es schwierig, da Prognosen zu treffen?
00:08:18: Weil wir die exogenen Shocks einfach nicht vorhersehen können.
00:08:22: Wie wichtig ist das denn tatsächlich?
00:08:26: Wo ist dann ein Hebel, wo wir sagen können, dass es dann mal einfach mal Null, fünf Prozent Wachstum wenn wir die Energiepreise um so und so viel Cent vielleicht eindämpfen können?
00:08:35: Also, das wäre noch mal etwas Spannendes.
00:08:36: Wir hatten im letzten Gespräch ... hatten wir die Sozialpartner hier beide Seiten, die sich sehr, sehr einig waren, dass die Regierung ganz schnell und dringend an die Energiepreise ran muss.
00:08:46: Und dass ja eigentlich schon seit Jahren ein Thema ist.
00:08:50: Wenn wir uns auf diese eine Sache wirklich verständigen können, dass sie uns aus der Krise herausbringen kann, dass Sie uns Wachstum auch bringen kann, Wirtschaftliches.
00:08:58: Dass Sie sowohl bei den Sozialpartners Zuspruch finden, dann ist doch die Frage Wie kommen wir da jetzt weiter?
00:09:06: Was machen wir da und wie groß ist der Impact?
00:09:08: Ja klar sind Energiepreise wichtig, das ist ja gar keine Frage.
00:09:11: Und ich glaube aber auch durch den Iran Krieg hat doch vielleicht auch der letzte mitbekommen dass wirklich große Handlungsbedarf ist vor allem beim Thema Netzinfrastruktur.
00:09:20: Wir haben ja gar nicht so das Problem wenn es um Erzeugungskapazitäten geht.
00:09:23: Das haben die Leute schon begriffen Solarpanele Wind Onshore Offshore usw.
00:09:28: Aber es klemmt ja beim Thema Netzausbau.
00:09:31: Da muss beschleunigt werden.
00:09:32: Ich halte nichts von der Strategie Die Bundeswirtschaftsministerin teilweise ausgegeben hat zu sagen, weil wir so eine schlechte Infrastruktur haben müssen wir jetzt mal ein bisschen drosseln beim Ausbau der Erzeugungskapazitäten.
00:09:43: Das finde ich strategisch eher kurzsichtig.
00:09:45: also wir müssen das Gegenteil machen und wir müssen zusehen dass eben beim Thema Netzinfrastruktur Speicher dass wir da genau dasselbe Tempo kriegen was wir bei den Erzeugungskapazitäten haben.
00:09:54: wenn das gelingt und jetzt Teil des Reformpakets ist ja auch dieses Netzausbaupaket Wenn das gelingt, dann sinken perspektivisch auch die Energiepreise.
00:10:04: Und wir haben weniger Schockanfälligkeit weil wir nicht mehr so viele fossile Energie aus dem Nahen Osten oder anderen Staaten importieren müssen.
00:10:12: Ein weiterer Punkt und da würde ich schon mal an den Energiepreisen anknüpfen sind ja immer die Zinsen.
00:10:17: Jetzt kommt noch einmal ein Vorschlag von mir im stillen Cammerline überlegt wie man das eigentlich machen könnte?
00:10:25: Die EZB ist für uns maßgeblich daran beteiligt, wie Zinsen gebildet werden und gibt den Leitzins vor.
00:10:32: Und denen haben sie neulich noch mal um Null, zwei fünf Prozent erhöht.
00:10:37: Das hemmt natürlich Investitionen weil einfach die das Schuldenaufnehmen verteuert wird.
00:10:43: Wenn man jetzt in einer konstatierten Aktion wirklich sagen würde, die EZ B senkt die Zinsin was ja auch die Staaten entlastet, weil die Verzinsungen die Staatshaushalte dadurch entlastete werden Und dieses Geld nützen die Staaten, um die Energiepreise zu verbilden.
00:10:58: So dass Europa konkurrenzfähiger wird hätte man auf zwei Wegen eine Investitionsförderung und weil wir wieder mehr investieren in unser Land.
00:11:07: Und es würde auch den Konsumenten zugutekommen, denn von niedrigen Energiepreisen können sie einfach mehr leisten.
00:11:11: Das heißt du hast sowohl die Angebotszeite als auch die Nachfrageseite im Bedacht und du investierst damit ja auch in Klimaschutz.
00:11:19: Im ersten Schritt bist du dir übrigens schon mal einig mit Donald Trump ne?
00:11:23: Ich wollte nicht sagen stuff, aber da bin ich auch.
00:11:25: Also Trump hat ja auch die Ange sagt an die Fett gemacht, senkt mal die Zinsen.
00:11:29: Ja also genau, was spricht dagegen?
00:11:32: Was aus deiner Sicht als Ökonom, wo würdest du sagen, da habe ich einen Denkfehler?
00:11:36: Die EZB hat eine Aufgabe.
00:11:38: Ihre wesentliche Aufgabe ist Freistabilität.
00:11:41: Und natürlich hat jetzt der Angebotschock Iran, hat natürlich auch die Inflation erhöht.
00:11:46: Es ist nicht eine nachfragen getriebene Inflasion Wofür eigentlich quasi das Zinsinstrument mal gedacht war.
00:11:51: Wenn dann die Nachfrage überhitzt Dann muss man eben auf die Bremse treten Zins in der Höhe damit die Nachfrage sinkt.
00:11:55: Hier haben wir es jetzt mit dem Angebotsschock zu tun.
00:11:57: Da kann man schon fragen Warum soll man jetzt auf ein Angebot Schock Mit einer Zinserhöhung reagieren?
00:12:01: Aber es gibt schon das Argument dass es eben diese Inflationserwartungen gibt.
00:12:06: Also wenn man irgendwie sagt okay, wir haben jetzt Inflation drei Prozent und die EZB macht nix oder senkt sogar noch die Zinsen dann kommt bei den Leuten die Botschaft an ok, drei Prozent ist offensichtlich OK.
00:12:16: Und dann fangen sie an ihre Preise und ihre Verträge so umzuschreiben das sie nicht mehr von zwei Prozent sondern von drei Prozent Inflasion ausgehen und dann kann ab Ende die Inflition tatsächlich bei drei Prozent oder dann noch höher landen.
00:12:27: Das heißt dann entankert sich diese ganze Entwicklung.
00:12:31: Das will man verhindern und deswegen, glaube ich, wird sich die EZB auf den Vorschlag nicht einlassen.
00:12:37: Aber es gibt ja andere Möglichkeiten.
00:12:38: also wenn's darum geht in attraktive Finanzierungskonditionen für den Ausbau-Netzinfrastruktur aufzubauen haben wir zum Beispiel der Bundesregierung den Deutschlandfonds aufgebaut wo es genau darum geht auch Kapital von außen oder große Kapitalgeber aus dem Innen- und Ausland Auch jetzt Pensionskassen, die jetzt für die deutsche Altersversorgung zuständig sind.
00:13:00: Dass sie eben sagen das ist ja ein interessantes Geschäftsmodell sehr stabil.
00:13:03: Ja Netzinfrastruktur eine stabile planbare Rendite da wollen wir eigentlich im Prinzip rein.
00:13:07: Das passt sehr gut und das war bisher aber nicht so ohne weiteres möglich.
00:13:12: Und ich finde durch diesen deutscher vorn ist es genau eigentlich der Versuch privates Kapital zu attraktiven Konditionen in den Ausbau der Netzinfastruktur zu locken.
00:13:21: Und wenn das gelingt, dann sinken perspektivisch eben genau die Energiepreise und wir haben den Effekt, den wir wollen.
00:13:25: Also, wenn ich dich recht verstehe sagst du... Die Energiewende ist, wenn man beispielsweise sich auf den Iran-Konflikt mal kurz im Blick ründet, die ist nicht ein Problem für die deutsche Wirtschaft sondern es ist die Lösung.
00:13:41: Wir werden sehr viel autarker werden!
00:13:43: Da gibt es einen archimedischen Punkt Das ist die Netzinfrastruktur.
00:13:48: Die muss mit Macht nach vorne getrieben werden, und je schneller und je besser uns das gelingt, desto stärker können wir auch dann die Energiepreise dämpfen?
00:13:56: Ist das die Logik?
00:13:57: Das ist der Logik!
00:13:59: Hättest du sie für...
00:14:00: Nee,
00:14:00: zu kurz
00:14:00: gedacht?!
00:14:01: Ja also dass mit der Netzinfrastruktur ist ja nichts Neues und es ist ehrlich gesagt schon ein Jahrmaßen deprimierend, dass es immer noch nicht so schnell vorangeht.
00:14:10: Ich verstehe auch nicht, warum Robert Habeck der ja damals sich große Mühe gegeben hat den Ausbau der Neuerbahn zu beschleunigen.
00:14:16: Warum er an dem Punkt eigentlich nicht weitergemacht hat denn das liegt eigentlich auf der Hand.
00:14:21: also ich müsste erstmal überzeugt werden dass jetzt tatsächlich auch tatsächlich wirklich etwas passiert und es schneller nach vorne geht.
00:14:27: Was ich gut finde, ist das du sagst wir haben inzwischen so gute Finanzierungskonditionen.
00:14:31: also es gibt ja beispielsweise wahnsinnig viele Rentenfonds, Pensionsfonds auf der Welt.
00:14:39: Es gibt die deutschen Versicherungsunternehmen die haben alle ungeheuer viel Geld und die sagen allerdings wir brauchen schon dieser wie du es nennst attraktiven Finanzierungsbedingungen um unser Geld auch in solchen ja hoch sicheren und rentablen Investitionen zu stecken.
00:14:54: Und wenn ich da nochmal einhaken darf, ich glaube es kann auch nur Teil der Lösung sein.
00:14:57: Denn was das insgesamt ausmacht und auch das haben wir schon in dem Podcast mal gehört die Netzentgelte machen ja ungefähr ein Drittel des Strompreises aus und von den Netzentgelten sind allerdings ungefähr seventy fünf Prozent Reinvestitionen in das bestehende Netz also kein neuer Netzausbau.
00:15:16: Also es ist wirklich ein relativ kleiner Teil und wenn wir uns dann nochmal den Gesamt-Energie-Mix angucken, da sind ja nur zwanzig Prozent irgendwo Strom.
00:15:25: Das heißt der viel größere Anteil ist nach wie vor Fossil.
00:15:28: Wenn wir jetzt über Energiepolitik und allgemein das große Bild sprechen was unsere Wirtschaft wirklich helfen kann, dann kann es nicht nur der Netzausbau sein weil dieses Stellrad einfach noch zu klein ist.
00:15:39: natürlich wünsche ich mir auch dass es in Zukunft größer wird aber da sind wir einfach noch nicht.
00:15:44: Meines Erachtens noch andere Antworten, weil auch die Finanzierungsgrundlage oder das Rechenmodell wieder in den Netzausbau investiert wird.
00:15:54: Noch so ist dass wir mehr investieren jetzt, dass wir dann auch die Netzengelte noch weiter erhöhen.
00:15:59: Das heißt kurzfristig wird der Strom noch teurer wenn wir jetzt mehr ausbauen und das passt ja eigentlich nicht zu unserem Ziel.
00:16:06: langfristig würde ich dir recht geben, ist das richtig?
00:16:09: Aber ich glaube nicht, dass wenn wir jetzt über die nächsten fünf bis zehn Jahre noch mal draufsatteln und den Leuten sagen ja Mensch ist ja schön das wir jetzt die Energiewende schaffen.
00:16:19: Jetzt sind wir auch schneller geworden aber dafür ist der Strom jetzt noch teurer.
00:16:22: Ich glaube diese fünf bis zehn Jahre werden uns politisch weglaufen Und wenn ich mir das Gesamtbild angucke, dann sind es zumindest nicht mehr wir als SPD-Politiker.
00:16:32: Jetzt muss ich Stefan und mich angucken die dann noch diese Debatten führen.
00:16:36: Das muss ich so ganz ehrlich sagen.
00:16:38: Ja aber ich glaube man muss da ein bisschen für die Strategie noch längerfristig denken.
00:16:42: Gerne!
00:16:42: Die Frage ist ja eben tatsächlich wie hoch wird die Stromnachfrage in zehn, fünfzehn Jahren sein?
00:16:48: Und das entscheidet ganz wie hoch sie die Netz entgelte.
00:16:51: und es gibt eben natürlich diese eher pessimistischen Vorhersagen.
00:16:55: Weil die Wirtschaft so schwach ist, dass die Stromnachfrage so schwacher.
00:16:58: Und Direktifizierung, das funktioniert alles nicht.
00:17:00: und wenn man praktisch von diesen Annahmen ausgeht dann kommt man zu dem Schluss, da brauchen wir auch nicht den Ausbau der Netze.
00:17:06: Das heißt also wir tun einfach gar nichts weil wir gehen davon aus, dass es auch sozusagen schlecht bleibt.
00:17:10: Aber das ist keine gute Prämisse für Politik.
00:17:13: Man muss natürlich dafür sorgen, dass eben die Prozesse-Elektrifizierung auch dazu passen.
00:17:18: Also das ist bei den Autos tatsächlich passiert in der Industrie, Stichwort Grünstahl zum Beispiel.
00:17:24: Also dann haben wir ja die Stromnachfrage und in dem Moment sinken auch die Netzenkelte, weil sich quasi die Kosten aufteilen auf viel mehr Kilowattstunden.
00:17:31: Das heißt es muss schon so ein Push sein aber ich finde das ist eben Industriepolitik.
00:17:36: Und klar wenn da eben die Netzengelte für eine gewisse Periode steigen... Da gibt's ja dann aber auch Möglichkeiten das dann abzufedern.
00:17:42: Die Bundesregierung hat ja im KTF zum Beispiel ein Paket
00:17:46: von ... Das ist der Klimatransform.
00:17:48: Der Klima-Transform, wo ja genau, glaube ich, sechseinhalb Milliarden insgesamt eingesetzt werden für Stabilisierung von Netzengelten?
00:17:56: Aber ich kann mir jetzt nicht vorstellen dass die strategisch richtige Antwort ist wir lassen das jetzt mit dem Netzausbau weil wir die steigenden netzengelte scheuen.
00:18:03: Ich glaub
00:18:03: dann... Das will
00:18:04: ihn!
00:18:04: Das wollte ich auch
00:18:06: nicht sagen.
00:18:07: Lass uns
00:18:07: mal von der Energie weg zu einem anderen Thema kommen.
00:18:11: also Das deutsche Geschäftsmodell ist massiv unter Druck.
00:18:14: Ganz einfach deswegen, weil dieser schöne, faire regelbasierte Welthandel, der hat irgendwie die Vergangenheit an und immer mehr große Märkte machen auch dicht ein voran die Vereinigten Staaten.
00:18:26: Klammer auf warum die Europäer bereit sind Zölle zu zahlen aber keine zu nehmen.
00:18:31: das hat sich mir bis heute nicht erschlossen.
00:18:33: Aber das muss nicht Thema unseres Gespräch sein.
00:18:36: So also dieses Geschäfts-Modell leidet schwer.
00:18:40: Kann man dann eigentlich als Wirtschaft wachsen, wenn das Geschäftsmodell nicht stimmt?
00:18:44: Oder was muss geschehen damit unser Geschäfts-Modell wieder stimmen kann?
00:18:48: oder wie müssen wir unser Geschäftsmodel ändern.
00:18:50: Ja da kommen viele Punkte zusammen.
00:18:54: also einerseits ist es wohl so jetzt beim Geschäfts Modell in den guten Jahren.
00:18:58: ich sage mal die zehn Jahre zwischen Finanzkrise und Pandemie ich bezeige das oft sogar als goldene Dekade.
00:19:03: Die
00:19:03: zehner Jahre und Deutschland vor der Fußballweltmeister.
00:19:05: Richtig
00:19:06: alles perfekt lief.
00:19:07: Ich glaube, da haben einige Unternehmen – ich will jetzt keinen namentlich nennen – wirklich gedacht das wird immer so weitergehen.
00:19:14: Also die haben Geld verdient ohne Ende und haben eben gedacht mit ihren alten Cashkühen, alten Geschäftsmodellen werden sie bis in alle Ewigkeiten Geld verdienen und haben einfach verpasst darüber nachzudenken was danach kommt und haben entsprechend Weichenstellungen Investitionen nicht gemacht.
00:19:27: Das ist nicht die Schuld der Politik, da sehe ich ganz klar die Unternehmen.
00:19:31: Jetzt hat sich eben auch die Weltbühne, die Geoökonomie komplett verändert.
00:19:34: Und einerseits Trump, andererseits was mir meistens Sorgen macht ist tatsächlich China.
00:19:40: Als China anfing im Welternl mitzuspielen so späte achtziger früher neunziger Jahre da hat Deutschland davon wahnsinnig profitiert weil sie brauchten die ganzen deutschen Maschinen, die waren verrückt nach deutschen Autos und das war sozusagen komplementär.
00:19:53: also wir haben genau das gemacht was China brauchte.
00:19:56: heute Völlig andere Welt.
00:19:58: heute ist China genau da stark, wo wir noch stark sind.
00:20:01: Und die greifen uns fundamental an in industriellen Kernbereichen Auto Maschinenbau und eben auch mit unlauteren Mitteln.
00:20:09: also wenn China einfach nur gut wäre müsste man sagen so ist das eben.
00:20:12: aber China ist einerseits gut ist andererseits sehr groß und macht eben auch eine dezidierte Wirtschaftsindustrie Politik die einfach die chinesischen Unternehmen unterstützt und alle anderen systematisch eben im Wettbewerb abdrosselt.
00:20:27: und kein Land steht jetzt in diesem sogenannten zweiten China-Shock so stark im Wind wie Deutschland.
00:20:33: Und das heißt, bei den wirtschaftspolitischen Folgen müssen wir eben natürlich sagen...
00:20:37: Aber das ist das Problem?
00:20:38: Wie sieht die Antwort darauf aus?
00:20:39: Also wie kommen wir raus aus der Klemme?
00:20:41: Klar!
00:20:41: Wir müssen glaube ich das erste Problem investieren in neue Produkte Innovationen.
00:20:47: also wir dürfen nicht Die glauben die alten Sachen auch in der Autoindustrie, also die Cashkühe der Zehnerjahre.
00:20:53: Die werden noch weiter hinlaufen.
00:20:55: deswegen Thema Verbrennerverbot und so weiter.
00:20:58: Ich glaube man muss erkennen dass sich da einfach eine Branche total wandelt und das man einfach vorne dabei sein muss oder ist mal das erste.
00:21:05: aber dann eben bei China.
00:21:07: wir müssen erwachsene Industriepolitik betreiben.
00:21:10: Also wir müssen uns weg von dieser alten Denke wo einfach die Globalisierung funktionierter Drehge basiert, alle so mehr oder weniger sich an den Rahmen der Welthandelsorganisation gehalten haben.
00:21:21: Man sieht keine Zölle, keine Subventionen
00:21:23: usw.,
00:21:24: diese Welt gibt es so nicht mehr.
00:21:25: und wenn Europa und Deutschland eben jetzt mittlerweile dann der Einzige ist, der sich noch an die Regeln hält und alle anderen da nicht mehr, dann werden wir einfach Spiel verlieren.
00:21:33: Das heißt auch Subvention tätigen stärkere um mit USA und auf besonders China.
00:21:40: Oder heißt es, die anderen dann rauszulassen?
00:21:42: Nach dem Motto wer uns nicht verbehandelt, den behandeln wir auch nicht für.
00:21:45: Also da gibt es mehrere Methoden, die man nachdenken kann und da muss man das Beste für sich rauspicken.
00:21:51: ja also zum Beispiel einige Investition in China.
00:21:57: Da ist Deutschland, darf gar nicht mitmachen bei bestimmten Ausschreibungen.
00:22:00: Wir sind immer noch relativ offentlich.
00:22:01: Chinesen dürfen hier eigentlich bei den meisten Sachen noch mitspielen.
00:22:04: Ich würde jetzt nicht unbedingt sofort Bezöllen loslegen.
00:22:07: Also Trump hat heftige Zölle gegen China erhoben auch mit einer ähnlichen Argumentation.
00:22:13: Ich würd jetzt nicht sagen dass das Europas erstes machen sollte aber zum Beispiel sollten wir doch in strategisch wichtigen Bereichen diese sogenannten Local Content Klauseln by European verankern
00:22:23: also in Europa produzieren Ja, auch ganz egal aus welchem Land der Eigentümer kommt.
00:22:28: Also ich gebe mal ein Beispiel wir werden ja jetzt gerade auch im Zuge der Sondervermögen der Infrastruktur Investitionen wird jetzt sehr viel Stahl verbaut werden für Gebäude verschieden verbrücken und so weiter.
00:22:37: Wir wollen noch nicht ernsthaft chinesischen Billigstahl kaufen Und damit dann im Prinzip deutsches nicht mehr Steuergeld sondern geborgtes deutsches Geld nach Peking überweisen Und da den billigen stark kaufen während wir sozusagen hier Probleme mit der heimische Stahl ist wie haben.
00:22:51: also brauchen wir eine Regel bei European das eben verbauen, dass der aus Europa kommt und ja das ist ein bisschen teurer.
00:22:59: Aber wir haben auch was davon weil die Wertschöpfung da bleibt.
00:23:01: oder zweites Beispiel wenn wir jetzt eine Kaufprämie für Elektroautos machen ist ja der Plan einen Kaufprämien nicht mehr... ...für reiche Leute die sich sowieso auch ohne den Setten leisten können sondern insbesondere für Haushalte mit kleinen Einkommen.
00:23:12: das ist richtig aber das müssen doch dann Autos aus Europa sein.
00:23:15: Wir wollen noch da nicht, dass diese chinesische Kleinwagen kaufen und wieder das Geld nach Peking geht.
00:23:20: Aber wenn ich direkt verstehe, sagst du inso weit ist deutsche Wirtschaftspolitik in erster Linie europäische Wirtschaftspolitik.
00:23:27: Also wir müssen unseren Einfluss im Brüssel dafür nutzen damit Produktion in Europa gefördert wird.
00:23:35: die mag dann gerne von außenländischen Herstellern sein aber es muss die Wertschöpfung in Europa stattfinden.
00:23:40: Ganz wichtig ist Europa!
00:23:41: Wir sollten jetzt nicht irgendwie mit by Germany oder sowas anfangen Und irgendwie versuchen, dass jetzt die Leute nicht Autos aus Osteuropa oder Skandinavien kaufen.
00:23:49: Also damit sollten wir nicht anfangen weil kein Land profitiert so sehr für europäischen Binnenmarkt wie Deutschland.
00:23:54: ja also von da ist es immer alles auf der europäischen Ebene angesiedelt.
00:23:58: aber ich meine Die USA haben das genauso gemacht mit Dorke Kontent.
00:24:01: China macht es auch so.
00:24:03: und wenn wir sagen Wir machen's aber nicht weil wir noch daran glauben dass wir sozusagen alle Grenzen und Märkte offenhalten müssen im alten Geist der Globalisierung Das war damals alle sicherlich richtig.
00:24:12: Aber nochmal Da haben sich die Spiree und die Welt wirklich heftig verändert.
00:24:16: Darauf müssen wir einfach mal reagieren.
00:24:18: Zumal es umgekehrt aber auch viele gibt, die mit uns Freihandelsabkommen schließen.
00:24:22: also man kann da glaube ich schon dann differenzieren zwischen den einen, die uns unfair bandeln und die anderen mit dem mit uns auf Augenhöhe und regelbasiert unterwegs sind.
00:24:29: Absolut!
00:24:30: Lass mich nochmal ein drittes Kapitel aufrufen Arbeitskosten.
00:24:34: Also wir sind unbestreitbar in Hochlohnland.
00:24:40: Das beißt die Maus keinen Faden ab.
00:24:43: Es gab viele, viele Jahrzehnte, da das gut funktioniert.
00:24:45: Jetzt sind viele Unternehmen im Trebel auch sicherlich mit durch eigene Fehler aber auch durch die geopolitischen Veränderungen und vielleicht auch um dass durch das eine oder andere was am Standort Deutschland sie ansonsten noch bedrückt.
00:24:59: Was wäre eigentlich deine Erwartung an die Tarifparteien?
00:25:02: Also mal ganz kurz gesagt, dass eine extrem wäre.
00:25:05: So jetzt müssen wir gerade jetzt die Binnennachfrage besonders stärken.
00:25:09: Deswegen haltet euch bitte nicht zurück bei Tarifverträgen oder wäre eher der ökonomische Ratschlag.
00:25:15: Jetzt wird aber die Luft dadurch etwas enger und dünner.
00:25:18: Wir müssen jetzt eine Phase gewissermaßen der Kooperation haben und die muss ich auch in entsprechende Tarifabschlüssen ausdrücken.
00:25:25: was wäre so?
00:25:25: dein Empfehlung an beide?
00:25:28: Also erst mal, wenn man die Vergangenheit zurückschaut waren.
00:25:30: Die Betriefparteien immer sehr, sehr verantwortungsbewusst.
00:25:33: Die wissen genau wie die Lage ist und haben auch verantwortungvoll gehandelt.
00:25:36: Wenn man guckte wo Deutschland in den neunziger Jahren schwerer in der Krise war... haben genau die Tarifparteien, das war damals Bündnis für Arbeit.
00:25:43: Haben dafür gesorgt, genau auf der Betriebsebene Lösungen zu finden und auch Lohnzurückhaltung um sozusagen die Karre wieder aus dem Dreck zu ziehen.
00:25:50: Von daher glaube ich brauchen die gar nicht wie Ratschläge von der Politik.
00:25:53: oder die wissen selber was gespielt hat?
00:25:55: Ja aber
00:25:55: die Antwort dürfen immer nur Politiker geben und sollten sie auch geben!
00:25:58: Aber nun frage ich Herrn Wissenschaftler...
00:26:01: Natürlich, wenn man nicht das jetzt irgendwie nahezu sagen wir sind zu teuer.
00:26:04: Wir müssen die Kosten senken.
00:26:05: also sprich Lohr zurückhaltung.
00:26:07: Das geht einem jetzt gerade leicht über die Lippen Wenn man so die Zahlen auch von vw hört wie viel tausend Jobs sie jetzt eben einsparen wollen.
00:26:14: Man muss nur ganz kurz die Uhr zurückdrehen wieder in die Zehnerjahre.
00:26:18: Deutschland dieser riesige Leistungsplatzüberschuss Auch innerhalb der Eurozone Wo dann immer alle gesagt haben Die Löhne bei euch sind zu niedrig.
00:26:26: deswegen seid ihr Exportweltmeister erhöht mal die Löhne und macht eine reale Aufwertung innerhalb der Eurozone, damit quasi das alles in die Balance kommt.
00:26:35: Da war es sozusagen genau gegenteilige Empfehlung.
00:26:41: Von daher finde ich, tue ich mich ein bisschen schwer also jetzt zu sagen mach dies oder mach jenes.
00:26:46: Ich glaube das Entscheidende ist Investitionen, Innovationen in neue Produkte.
00:26:52: Daran harpert es glaub' ich noch nicht.
00:26:53: Die Welt schaut auf deutsche Autos dass die eben so ein bisschen old economy sind und nicht mehr.
00:26:59: sozusagen der Stand, ja?
00:27:00: Der Stand der Dinge.
00:27:02: Und dann hat man Probleme.
00:27:03: Also wenn deutsche Autos wieder als sexy, qualitativ hochwertig angesehen werden, dann wären sie auch wieder gekauft.
00:27:10: Aber zu der Frage können wir festhalten du enthältst dich doch am Ende der Stimmabgabe hier
00:27:15: Weil auch ich als Wissenschaftler tue mich hier schwer damit, Tarikparteien jetzt irgendwie zu sagen was sie zu tun und zu lassen haben.
00:27:21: Ich möchte ja nicht dass die Gewerkschaft oder die Arbeitgeber für mir erzählen was ich tun soll.
00:27:25: von daher mache es umgekehrt auch nicht.
00:27:27: Und dann lass uns beim Thema Innovation noch gerne weitermachen.
00:27:29: also das ist seit vielen vielen Jahren bekannt, dass Deutschland dringend wieder innovativer werden muss und dass die Innovationen insbesondere im betrieblichen Sektor bei der Produktentwicklung gestärkt werden müssen.
00:27:44: Was können wir denn da machen?
00:27:45: Also irgendwie von alleine scheint es nicht zu funktionieren.
00:27:49: Es gibt ja diesen alten schönen Spruch vom ehemaligen Wirtschaftsminister Karl Schiller, also man kann die Pferde an die Tränke führen aber saufen müssen sie immer noch alleine und der gilt weiter hin.
00:27:58: Ich finde die Bundesregierung hat durch diese Investitionsbooster schon einiges gemacht.
00:28:04: Also die günstige Abschreibungsregeln dann jetzt auch die Aussicht auf sinkende Körperschaftsteuersätze... Jetzt sind die Unternehmen gefragt tatsächlich eben zu investieren und ich sehe da große Chancen.
00:28:17: Also wenn ich mir das ganze Thema KI in der Produktion anschaue, also natürlich ist klar dass aus Deutschland jetzt nicht so was wie ChatGPT kommen konnte.
00:28:26: Also praktisch KI für Privathaushalt.
00:28:29: Das war klar das kommt aus den USA oder China.
00:28:31: aber wenn es darum geht in industriellen Produktionsprozessen die Daten die da anfallen überhaupt zu nutzen und dadurch die Prozesse effizienter produktiver zu machen die Produkte besser zu machen Da haben wir viel bessere Startbedingungen als die USA, die ja gar nicht so einen nennenswerten Industrie überhaupt haben.
00:28:47: Auch bessere Bedingungen glaube ich als China und das müssen wir nutzen.
00:28:51: Das müssen wir die Unternehmen machen.
00:28:52: Das kann die Bundesregierung nicht einfach so verordnen.
00:28:54: was sie tun können ist ein regulativen Rahmen vielleicht zu setzen der das dann nicht von vorne wieder tot reguliert.
00:29:00: also bei KI ist ja oftmals dann dass da sofort irgendwelche Risiken und Gefahren gesehen werden und im voraus allen Gehorsamen wird dann quasi schon alle Möglichkeiten durchgedacht und wegreguliert.
00:29:13: Das dürfen wir nicht machen, weil ich glaube da sehe ich riesige Chancen auch für eine Erneuerung und eine Innovationsoffensive im Wirtschaftsstaat dort
00:29:20: Deutschland.".
00:29:21: Jetzt ist es aber auch so dass tatsächlich die Bundesregierung im Bereich Forschung jetzt nicht unbedingt geklotzt hat.
00:29:30: Also man streicht dort einige Programme weg, weil man sagt, man muss das konsolidieren.
00:29:35: Ganz neue Nachricht aus dem Wirtschaftsministerium, dass man die Co-Finanzierung für Betriebe, die Forschen erheblich einfrieren möchte erstmal und dann eventuell auch komplett stoppen möchte.
00:29:46: Das sind natürlich so Signale, die jetzt nicht unbedingt für Innovation sprechen.
00:29:50: Eigentlich haben wir doch das Sondervermögen um genau dort auch Innovationen anzuregen.
00:29:55: Zählt das denn mit dazu zu den... Investitionen oder geht das erst mal nur um Infrastruktur, geht es erstmal nur um staatliche Sachen.
00:30:05: Das wäre nochmal für mich eine interessante Sache ob wir auch staatlich so Innovation fördern?
00:30:11: Oder nicht in Niedersachsen zum Beispiel tun wie das mit einer ganz aktiven Start-up Szene zum Beispiel.
00:30:16: da haben wir wirklich mehr Geld in die Hand genommen als vorher was ja nicht so ganz einfach ist im knappem Haushalt ... zu versuchen, da mehr Geld zu investieren.
00:30:25: Das würde mich interessieren wie das auf Bundesebene gesehen wird?
00:30:27: Also man kann ja in den Wirtschaftsplan des Sonderfüllungs reinschauen... Da sieht man genau was da drin ist.
00:30:32: und natürlich der größte Posten ist Verkehrsinfrastruktur also Schienestraße.
00:30:37: danach kommt Digitalisierung der Verwaltung aber jetzt nicht die allergrößten Posten aber da sind eben doch nennswerte Posten für zum Beispiel die Hightech-Agenda mit drinnen Batteriezellforschung usw.
00:30:48: Und hat man auch gelernt aus der Vergangenheit.
00:30:50: Also ich erinnere auch nochmal an die Ampel, also als die dann ihren Bundeshaushalt im Jahr zwentzwanzig akut nicht zusammengekriegt hat und da eben noch etliche Milliarden fehlte ist man auf die geniale Idee gekommen Mittel zu kürzen bei Batteriezellforschung.
00:31:04: Das war
00:31:04: ein richtiger Schuss in Ofen.
00:31:06: Warum?
00:31:07: Ja gut weil da gibt es keine Lobby, also solche Mittel für Forschungen wirklich kann man halt leichter kürzten als zum Beispiel Subventionen für Agrardiesel, weil dann gleich alle Bauern der Republik am Brandenburger Tor aufschlagen.
00:31:18: Um das zu verhindern sind bestimmte Grundlagenforschung jetzt auch im Sondervermögen verankert und von da ist die Finanzierung gesichert – ist aber natürlich zu wenig.
00:31:29: Das ist völlig richtig!
00:31:30: Aber ich finde eine richtig große Investitionsoffensive kann der Staat nicht komplett finanzieren.
00:31:35: Es muss von privater Seite kommen.
00:31:37: Da sehe ich, schaue ich eher auf die Banken.
00:31:40: Wir waren jetzt neulich auch im Finanzministerium in den USA und haben damals mit amerikanischen Großbanken geredet.
00:31:45: Alleine die Rhetorik, ja?
00:31:47: Die, die auf dem Tisch gelegt haben wie sie jetzt im ganz großen Stil Investitionen in amerikanische Wirtschaft, Reindustrialisierung, wie Sie das alles sozusagen finanzieren.
00:31:56: und Sie wissen, Sie machen noch zehn Jahre Verluste aber da kriegen Sie hin und danach läuft das und dann wird das profitabel.
00:32:02: Also so eine Macher-Mentalität habe ich jetzt bei Europäischen Banken lange nicht gehört.
00:32:06: Das würde ich mir wünschen, dass das sozusagen kommt weil da können bei sowas nicht alle auf die Bundesliga und den Staat
00:32:11: schauen.".
00:32:12: Du hattest vorhin eingangs des Gesprächs gesagt ja mit dem Investitionsbooster unter anderen Maßnahmen sei eigentlich der Staat vorgelegt.
00:32:20: zur Investitionsförderung aber ich greife das Bild nochmal auf saufen müssen die Unternehmen dann eben selber an der Tränke.
00:32:28: Warum machen Sie das nicht?
00:32:30: Also du hast vorhin das Stichwort Verunsicherung, schlechte Stimmung mit angesprochen.
00:32:34: Was kann man denn machen damit diese Verunsicherung weggeht, damit die schlechteStimmung sich auflöst.
00:32:41: Vieles davon was international getrieben ist wird ja letztlich national jetzt nicht sozusagen dann durch gute Laune ersetzt werden können.
00:32:50: also was genau würdest Du denn empfehlen was an dieser Stelle jetzt geschehen sollte?
00:32:56: Das erste ist, wenn man Unternehmen fragt wo drückt er der Schuh am meisten?
00:33:01: Die Standardantwort ist Bürokratie.
00:33:05: Da kannst du beim Bingo immer einen Kreuz machen.
00:33:07: Genau und von da muss man jetzt auch mal... Der Schlagwort kennt jeder.
00:33:12: also da muss ich mir jetzt auch liefern.
00:33:14: Jetzt das Reformpaket.
00:33:15: was die Bundesliga letzte Woche vorgelegt hat, dieser Zwölfseiter davon waren euch vier Seiten drehten sich um Bürokrabau und da kommt jetzt auch sozusagen mal Substanz mit rein.
00:33:23: Wollen wir jetzt vielleicht nicht so lange überreden, also Genehmigungs-Fektionen, Abbauverberichtspflichten usw.
00:33:28: Ich glaube das ist das was.
00:33:30: man muss einfach seine Hausaufgaben da machen und Lars Dingbeil hat ja mal das Prinzip beschrieben das fand ich eigentlich ganz gut war eben Kontrolle runterhaftung rauf Also nicht dass der Staat alles mögliche kontrolliert und sich Berichte schreiben lässt usw.
00:33:44: Und alles ex ante Steuern will, sondern sich da zurückziehen aber dann Haftung rauf.
00:33:49: also wenn Unternehmen dann irgendwas behaupten was gar nicht stimmt dass sie dann auch zur Rechenschaft gezogen werden halte ich für das bessere Prinzip.
00:33:55: ist das eine und das andere was kann man jetzt machen um private Investitionen auch wirklich zu steuern?
00:34:02: ist glaube ich dass meine konsistente Wirtschaftspolitik macht die nicht ständig so hin und her schlingert.
00:34:07: ja also man kann nicht irgendwie Sagen wir setzen jetzt auf eine Elektrifizierung des Personenverkehrs, das Stichwort Verbrennerverbot.
00:34:15: Und wenn es schwierig wird dann nehmen wir's wieder vom Tisch ja?
00:34:18: Dann machen wir was doch nicht.
00:34:20: oder bei CO-Zweibepreisung erst sitz ich alle einig dass das Leitinstrument ist solange der CO-Zeitpreis irgendwie so bei fünf Euro die Tonne lag kein Groß gejuckt hat.
00:34:29: Und jetzt wurde er dann auch wirklich ansteigend, was genau geplant war und was alle wussten.
00:34:32: Plötzlich fangen wieder Diskussionen an ob man das nicht alles wieder vom Tisch nehmen soll.
00:34:36: Eine Energiewende ist das klassische Beispiel seit zwei Tausend neunzig ständig eine Springprozession, zwei Schritte vor ein Schritt zurück.
00:34:42: Immer wenn da eine neue Regierung kommt wird ein neuer Kurs eingeschlagen und es gibt für die Energiepolitik und fürs Vertrauen in die Energiepolitik.
00:34:48: Ich
00:34:48: glaube wenn da ne Konsistenz ist natürlich schwierig über Legislaturperioden zu halten den Kurs.
00:34:52: aber ich glaub wenn man das mal versteht dass Investitionsentscheidungen ja wirklich sehr langfristig ordentlich jetzt sind und da auch einen verlässlichen Rahmen brauchen.
00:34:59: Und wenn man da nicht ständig hin- und her schlingert, dann wäre vieles gewonnen.
00:35:05: Wäre denn nicht ein Weg mal etwas zurückzukehren?
00:35:10: Du hattest es angesprochen mit dem Bündnis für Arbeit ja mal angestoßen wurde nämlich eine große gemeinsame Kraftanstrengung das also Politik und die Sozialpartner Wahrscheinlich auch insbesondere übrigens die Kreditwirtschaft mit an den Tisch kommt und sagt so was kann jetzt eigentlich geschehen, damit wir glaubwürdig ein Signal senden können.
00:35:31: Wir reißen uns jetzt alle am Riem.
00:35:33: Wir gehen nach vorne und wir wollen dass dieser Wirtschaftsstand dort wegs Blütung gedeiht.
00:35:38: Warum?
00:35:39: Warum kommt da nichts?
00:35:41: Ein bisschen was ist ja gekommen, also jetzt in Zuge auch bei diesen Gesprächen.
00:35:44: Ja aber nicht der eine
00:35:44: Nachmittag, den ich
00:35:45: da im Kanzler ertrage immerhin.
00:35:48: Aber das ist ein bescheidener Mensch!
00:35:49: Ich gebe dir Recht ja, ich finde dass wäre ein Weg dem man vor allem auch verstätigen muss.
00:35:56: Stimmt ja so einem Nachmittage, dann kommen alle zusammen und dann ließt man sich seine altbekannten Positionen einmal vor und viel mehr ist nicht passiert.
00:36:04: trägt seine Statements gegen die Medien vor und fährt nach Hause und stellt überrascht fest, was nicht
00:36:08: gebracht hat.
00:36:09: Das ist ja auch die Frage.
00:36:10: Also da sind die Politik bindet sich dann auch und sagt okay wir holen diese Sozialpartner an einen Tisch und wenn dann da etwas besprochen wird das setzen wir dann auch um.
00:36:20: also wir geben auch so ein bisschen sozusagen die Verantwortung aus der Hand an den Sozialpartners.
00:36:24: Ich bin der feste Überzeugung des ein Konsensweg zwischen Politik und Sozialpädagogin.
00:36:30: Ein solcher Partner, einen solchen Druck entfaltet das jeder der sich dagegen stellt sich schon etwas wärmer anziehen muss.
00:36:36: ja
00:36:37: wenn man es klug macht dann macht man nicht nur sagen wir mal steuern runter und Bürokratie runter sondern dann sagt man zum Beispiel wie bringen wir unser Land auch gleichzeitig im Klimaschutz voran?
00:36:47: also um auch die Perspektive deutlich zu bringen.
00:36:50: aber dass für Politik wirklich eigentlich ein probates Mittel ist
00:36:55: Probleme
00:36:55: zu lösen, das finde ich ist eigentlich hinlänglich bewiesen.
00:36:59: Zumal es gibt ja tatsächlich das überragende Interesse für alle Beteiligten dass wir raus wollen aus diesem Dumpelteil.
00:37:07: also kannst du mal mitnehmen.
00:37:10: dann
00:37:14: Wir haben ja schon auch im Finanzministerium, da gab es ja auch diese berühmte Runde mit den Spitzen der deutschen Wirtschaft.
00:37:20: Was dann nicht in allen Teilen der Bundesregierung so gerne gesehen wurde.
00:37:25: aber ich fand das war ein gutes Gespräch.
00:37:26: Aber gibt ihr Recht?
00:37:27: Also sozusagen den Prozess muss man
00:37:29: verstetigen... Du hattest vorhin Karl Schiller zitiert mit den saufenden Pferden sein Vorgänger Ludwig Erd oder Vorvorgänger Lutwig Errd.
00:37:38: Der sprach ja davon.
00:37:39: Fünfzig Prozent der Wirtschaftspolitik sei Psychologie, würdest du das teilen?
00:37:44: Ob es fünfzig Prozent sind weiß ich nicht aber spielt schon eine gewichtige Rolle.
00:37:48: und auch die Gespräche, die wir so international geführt haben da war immer diese Sicht auf große Investoren sagen oh wir wollen viel mehr in Deutschland investieren ist für uns sehr interessant.
00:37:58: dann war immer dieses Narrativ sagt man ja heutzutage Jetzt wollen wir mal ein bisschen noch einmal gucken, ob da jetzt auch wirklich was kommt.
00:38:05: Also die haben natürlich das gesehen mit dem Sondervermögen, den Wachstumsaussichten und standen in Startlöchern aber haben dann auch gesagt, jetzt wollen wir aber sehen, ob jetzt auch Reformen kommen?
00:38:14: Und wenn man da dann überzeugt sind, dann kommen wir.
00:38:16: Dann kommen wir auch mit großen Investitionstickets ja.
00:38:19: Von daher ist auch meine Hoffnung ich hoffe dass bewahrheitet sich, dass eben das Reformpaket, was jetzt geschnürt wird international so wahrgenommen wird, dass einfach verstärkt in Deutschland investiert wird.
00:38:32: Und das ist da der bisschen Psychologie!
00:38:34: Aber sind wir dann nicht auch sehr abhängig von Großkapital für unsere gesamte Volkswirtschaft?
00:38:40: Also ich glaube, wir sollten uns da nochmal die andere Seite angucken.
00:38:43: Was haben wir denn eigentlich noch an Konsumpotenzial hier?
00:38:47: und es gibt ja eben diese beiden Seiten, die man stärken kann entweder die Angebotsseite oder die Nachfrage-Seite.
00:38:55: Und ich glaube wenn wir dem Großkapitel hinterherlaufen, dann verlassen wir uns teilweise auf die falschen und das könnte natürlich wieder zu exogenen Shocks führen.
00:39:04: Man darf sich nicht einseitig abhängig machen von irgendwem.
00:39:07: Aber ich habe jetzt prinzipiell kein Problem, wenn große amerikanische Investoren, ja das ist ja nicht Donald Trump sondern Großbanken und so weiter, wenn die eben sagen wir investieren auch zum Beispiel Energienetze vor Ort in Deutschland hab' ich damit kein Problem.
00:39:19: Ja aber man sollte natürlich nur dort anschauen.
00:39:22: Wir haben ja jetzt z.B.
00:39:23: auch breite Altersversorgung, große Reformen gemacht dass da einfach im größeren Stil Kapital angesammelt wird.
00:39:31: Also sage ich mal, Altersvorsorgekapital der deutschen Bevölkerung kommt jetzt ja sogar wenn die Vorstärke der Rentenkommission umgesetzt werden, sogar in dem Rahmen der gesetzlichen Rente das da ein Kapitalschock aufgebaut wird.
00:39:41: und dann muss man natürlich dafür sorgen dass dieses Kapital auch angelegt werden darf in zum Beispiel Energieinfrastruktur.
00:39:49: Und
00:39:49: da reden wir über zwei Prozent des Einkommens.
00:39:53: also das ist schon... Da kommen relativ schnell relativ große Summenzustände.
00:39:56: Genau das heißt reden wir nicht nur von BlackRock und
00:39:59: Co.,
00:40:00: sondern auch von europäischen, deutschen Pensionskassenversorgungswerken usw.
00:40:05: Und ich finde so kommt dann vieles
00:40:07: zusammen.".
00:40:08: Also, wir sind jetzt schon wieder ein bisschen auf der Zielgeraden.
00:40:11: wenn wir in fünf Jahren uns wieder treffen was sagst du?
00:40:15: Stehst du da und sagst ... Ich hab's euch gesagt Deutschland ist wieder da es hat gut geklappt oder sagste ja also diese ganzen exogenen Schocks die hatte ich vor fünf Jahren wirklich nicht alle vorher sein können.
00:40:28: Das hat uns die Petersilie ein weiteres Mal verhagelt.
00:40:32: Was ist deine Erwartung im fünfjahrers Zeitrum?
00:40:34: Wie groß ist unsere Chance, einen total gut gelaunt und optimistischen Jens Südekum in fünf Jahren wieder begrüßen zu können?
00:40:42: Also ich bin... Also sowieso Grundoptimist, als Liedersachse.
00:40:45: Aber jetzt wohne ich ja auch schon sechszehn Jahre im Rheinland und hat das auch noch ein bisschen abgefärbt.
00:40:49: Ja also von da bin ich schon... Das
00:40:51: hat theoretische Wirkung!
00:40:54: Ich finde aber schon wenn man mal sozusagen so dieses mediale, diese Debattenlage ein bisschen ausblendet weil daraus sind natürlich viele Leute unterwegs.
00:41:03: Da ist es einfach deren Geschäftsmodell Deutschland systematisch schlecht zu reden und runterzureden.
00:41:08: Und wenn man das mal so ein bisschen versucht davon zu abstrahieren finde ich wird schon einiges gemacht, was in die richtige Richtung geht.
00:41:14: Wir sind an einer kritischen Stelle.
00:41:16: aber ich glaube schon dass es eine gute Chance gibt das eben diese öffentlichen Investitionsimpulse vom Sondervermögen und so weiter eben auch auf die Privatwirtschaft ausstrahlen, dass eine Wirtschaftspolitik in die richtigen Richtungen gemacht wird Vieles besser.
00:41:29: Also, Deutschland ist wirklich in so einer kritischen Phase und muss jetzt eben wirklich in relativ kurzer Zeit dann eben auch diesen Turnaround schaffen.
00:41:36: was ich jetzt natürlich nicht weiß ist was der nächste exogele Schock ist.
00:41:39: also wenn ich jetzt noch mal... Erkommt
00:41:41: jedenfalls bestimmt!
00:41:42: ...was alleine in sechsundzwanzig.
00:41:43: Ich meine es ging los mit Venezuela Dann kam Grönland, dann kam Iran also alles Dinge die kein Mensch richtig auf dem Zettel hatte.
00:41:50: Was, was ich, was jetzt nächstes Jahr passiert?
00:41:53: Da ist natürlich einiges drin.
00:41:55: Dafür machen wir dich auch nicht haftbar und wir halten schon mal fest und du in deinem Termin-Kolender Sommer, zwei Tausenddreißig ins Süde kommen wieder bei uns jetzt.
00:42:05: Das hört
00:42:05: sich nach einem spannenden Termin
00:42:06: an!
00:42:06: Damit sind wir am Ende dieses Gesprächs.
00:42:09: Ich darf übrigens noch ein Geheimnis lüften, das verbindet eigentlich meinen einen und meinen anderen Nachbarn.
00:42:15: Sie sind beide aus der wunderschönen Stadt Goslar Und der Knüller kommt jetzt.
00:42:20: Sie haben auch in derselben Disco getanzt, allerdings in unterschiedlichen Jahrzehnten Fun Factory.
00:42:26: Korrekt!
00:42:28: Also ich möchte nicht wissen... Du wahrscheinlich zu Techno und du im
00:42:32: Endstands-Bloos?
00:42:34: Damals hatten die dann noch so eine zweite kleine Tanzwäsche Biroc gespielt worden, deswegen war ich da.
00:42:38: Ja mittlerweile gibt's die Fun Factory leider nicht mehr aber das ist ein anderes Thema.
00:42:42: Jedenfalls also ganz am Rande haben wir hier ein paar Goslarana zusammengebracht.
00:42:47: Es fehlt eigentlich nur noch Sigmar Gabriel, mal gucken vielleicht kommt er das nächste Mal in diesem Sinne alles Gute Tschüss!
00:42:54: Ciao.
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